Esel reiten für Erwachsene und Kinder

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ein kind reitet auf einem esel

Esel Erlebnisse

In Deutschland und auch in anderen Ländern werden Esel als Teil von Erlebnistouren immer beliebter. Eselreiten steht in vielen Urlaubsregionen mit hügeligem Terrain hoch im Kurs und viele Touristen nutzen diese Angebote gern. Aber ist diese Praxis überhaupt tiergerecht und schadet die hohe Belastung durch immer schwerere Touristen den Tieren nicht? 

Esel reiten nur mit dem richtigen Gewicht

Wohl kaum ein tierliebender Mensch möchte einem Esel Leid zufügen, vor allem nicht für ein kurzes Urlaubserlebnis. Daher stellt sich für viele Urlauber vor der Nutzung eines Eselreitens die Frage, ob die Tiere das Gewicht der Reiter überhaupt tragen sollten.

Generell gelten Esel als robuste und starke Lastenträger, denen auch ein Reiter auf dem Rücken nichts ausmacht. Jedoch unterscheiden sich die Eselrassen in ihrer Größe und Statur beträchtlich und ein Zwergesel erscheint für einen Erwachsenen tatsächlich zu klein als Reittier, wohingegen ein Großesel vielleicht einen durchschnittlich schweren Erwachsenen tragen kann.

In Griechenland regelt nun beispielsweise ein Gesetz die maximale Belastung, der ein Esel als Reittier ausgesetzt werden darf. Demnach darf das Gewicht des Reiters nicht über 100 kg oder ein Fünftel des Körpergewichtes des Esels betragen.

Wer aber kontrolliert die Einhaltung dieser Vorgaben und kann ein normaler Tourist überhaupt einschätzen, ob das Tier ansonsten gut gehalten wird, genügend Futter und Wasser erhält?

Eine Frage der Haltung

Diese Frage ist schwierig bis überhaupt nicht zu klären. Handelt es sich bei den angebotenen Reittieren außerdem um Mulis, ist der Urlauber vielleicht erst recht verunsichert, ob er mit der Tour dem Muli zu viel Last aufbürdet. Der Urlauber weiß zudem nicht, an wie vielen Touren die Tiere täglich teilnehmen, wie alt sie womöglich schon sind und ob sie generell noch als Arbeitstiere genutzt werden dürften. 

In vielen Urlaubsländern ist das Verständnis von Tierhaltung ein völlig anderes als in Deutschland. Womöglich versteht ein Eselhalter am Urlaubsort die Kritik an der Haltungsform seiner Tiere durch deutsche Urlauber gar nicht.

Nicht jeder Anbieter solcher Touren behandelt seine Tiere nach unseren Maßstäben schlecht, weil er nur Profit daraus schlagen will. Der Umgang mit Tieren und die Wahrnehmung der Haltungsbedingungen unterscheidet sich einfach.

Du als Tourist musst aber trotzdem für dich und deine Mitreisenden entscheiden, ob ihr diese Art der Tierhaltung mit der Teilnahme an einer Eseltour unterstützen möchtet, denn dadurch manifestiert sich diese.

Der Anbieter des Eselreitens wird sein Verhalten nur dann ändern, wenn sich die Ablehnung der Touristen in sinkenden Einnahmen widerspiegelt oder wenn sich gesamtgesellschaftlich der Umgang mit Tieren ändert. Die schnellere Wirkung stellt sich wohl durch die Reaktion der Touristen ein, denn gesellschaftliche Veränderungen brauchen viel Zeit. 

Eselreiten nur für Kinder, oder auch für Erwachsene? 

Wer also im Urlaub eine Tour mit Eseln oder Mulis angeboten bekommt, kann nur auf seinen Instinkt vertrauen und den Halter der Tiere bzw. seinen Umgang mit den Tieren beobachten: Achtet der Anbieter darauf, dass seine Tiere Schatten und ausreichend Wasser und Futter erhalten? Sehen die Tiere gepflegt und fit aus?

Des Weiteren solltest du dein eigenes Gewicht ins Verhältnis zu dem geschätzten Gewicht und der Größe des Tieres setzen. Wähle also für eine Tour lieber kräftige Mulis, statt einen zarten Esel. Setze mitreisende Kinder lieber auf die kleineren Tiere und dich selbst auf die großen oder verzichte als Erwachsener ganz auf das Eselreiten.

Hast aber die Vermutung, dass die Tour die Tiere überlastet könnte, dann verzichte lieber ganz auf das Erlebnis. 

Eseltouren-Anbieter kann man nicht über einen Kamm scheren

Selbstverständlich gibt es überall auch Anbieter von Eseltouren, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt und die ihre Esel gut und tiergerecht halten.

Prinzipiell ist also nichts dagegen einzuwenden, an einer geführten Eseltour teilzunehmen. Wer bei der Auswahl des Anbieters darauf achtet, dass die Tiere nach eigenem Ermessen gut gehalten werden, kann ohne schlechtes Gewissen einen Ausritt auf diesen wunderbaren Tieren machen.

Als noch tiergerechtere Alternative bietet sich das Eselwandern an, bei dem die Tiere geführt statt geritten werden. Da Esel gerne weite Strecken laufen, werden sie auch bei mehreren Touren pro Tag nicht überlastet. Das Erlebnis beim Eselwandern ist mit Sicherheit nicht minder schön, als es beim Eselreiten oder Mulireiten ist – aber hier kannst du bei gut gehaltenen Tieren ganz ohne schlechtes Gefühl ja sagen!

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